18. Festival Junges Theater Lünen

Zum 18. Mal führt der Förderverein Theater Lünen e.V. im Jahr 2026 das Festival „Junges Theater Lünen“ durch. Da die letzten 1 ½ Tage des für den 22. – 26. Juni geplanten Festivals hitzebedingt abgesagt werden mussten, gibt es einen Nachholtag am 4. September.

Das Festival gehört zur DNA des veranstaltenden Fördervereins Theater Lünen e.V. wie keine zweite Aktivität. Junge Menschen zu fördern, sie in ihrer Kreativität und Persönlichkeitsentwicklung zu stärken, gehört zu den Grundanliegen des Vereins. Er ist davon überzeugt, dass Theater ein einzigartiges Mittel ist, dies zu bewirken und – entscheidend – die Früchte kreativer, dabei persönlichkeitsentwickelnder Prozesse mit anderen zu teilen.

Jährlich mehrere hundert junge Menschen (in diesem Jahr: 400!) machen einschneidende und tiefgreifende Erfahrungen mit Theaterprozessen, erobern sich Proben- und schließlich Bühnenräume, überwinden ihre soziale Scheu und stehen mutig für das ein, was sie im Inneren bewegt.

Alle Fotos Florian Klapetz / Nikita Vasilchenko

Das Festival wird so zu einem einzigartigen seismographischen Spiegel auch gesellschaftlicher Entwicklungen und Problemstellungen.

Junge Menschen und ihr Umfeld, Eltern, Großeltern, Verwandte und Freund*innen werden ins Theater eingeführt, vielleicht auch mehr und mehr an das Theater und die Kultur insgesamt gebunden.

Das Festival ist für viele dieser Menschen ein Erstkontakt mit der Institution Theater und auch mit den Gebäuden, in denen es stattfindet. Es hilft Schwellenängste abzubauen und setzt an deren Stelle ein positives, in Erinnerung bleibendes Erlebnis.

Das Publikum beim „JTL“ ist als Spiegel der Darstellenden auf der Bühne auf herausragende Weise divers. Hier versammeln sich Menschen jedweder (auch sozialer) Herkunft, jedweder Identität.

Sehr bewährt hat sich in diesem Zusammenhang unser „Busservice“, sodass alle Gruppen ihre Zuschauer*innen mitbringen können.

Das Festival wurde in diesem Jahr zum 8. Mal von der Theaterpädagogin Susanne Hocke im Auftrag des Vereins organisiert, gemeinsam mit Jan Schmitt-Tigges, dessen Schwerpunkt auf der Öffentlichkeitsarbeit liegt.

Zentraler Punkt der Organisation ist mit Projektstart und nach einer Anmeldephase die Suche nach einem passenden Termin in der Festivalwoche, in der 5 Vormittags-, Nachmittags- und Abendveranstaltungen zur Verfügung stehen.

Gleichzeitig werden die teilnehmenden Gruppen im Sinne des Formates JTL² miteinander vernetzt. Das bedeutet,dass jede teilnehmende Gruppe eine Partnergruppe hat, mit der sie sich auf dem Weg zur Premiere im Heinz-Hilpert-Theater austauschen kann und deren Vorstellung sie besucht.

Alle Fotos Florian Klapetz / Nikita Vasilchenko

Die Partnergruppen beteiligen sich auch stets rege am Publikumsgespräch, das seit 2015 fester Bestandteil jeder Vorstellung ist. Hier findet ein reger Austausch zwischen den Gruppen und ihrem Publikum statt. Diese Möglichkeit zum direkten Gespräch wird von beiden Seiten sehr geschätzt und gut angenommen. Spätestens hier können alle gemeinsam erleben wie divers, inklusiv und lebendig das Festival ist.

Auf dem Weg zum großen Auftritt begleitet die Festivalleiterin Susanne Hocke die Gruppen durch Probenbesuche, die seit 2018 für die teilnehmenden Gruppen gefühlt der Beginn des Festivals sind.

Bei dieser Gelegenheit können die Gruppen alle Fragen ganz direkt loswerden. Sie erfahren mehr über den Festival-Ablauf und das Eingebunden-Sein in die verschiedenen Aktivitäten, so dass jede*r Teilnehmer*in dasGefühl haben kann, ein aktiver Teil des Festivals zu sein. Die Abläufe am Tag des Auftritts transparent zu machen, ist ein weiterer wichtiger Bestandteil dieses Prozesses.

Einen wichtigen Faktor bildet dabei auch das jährlich wechselnde „Fokusthema“, mit den dazugehörigen „Praxistipps“. Den Fokus gibt es beim JTL seit 2022.

Hier stellt die Festivalleitung jedes Jahr ein Thema in den Mittelpunkt, welches sie mit den Gruppen besonders in den Blick nehmen möchte, und von dem sie in den Festivals davor den Eindruck gewonnen hat, dass hier noch Wachstumspotential besteht. Das waren in der Vergangenheit Themen wie: Außen- und Innenwahrnehmung, Rhythmus, Sprechen, technische Abläufe oder Umbauten und Übergänge.

Alle Fotos Florian Klapetz / Nikita Vasilchenko

Im Zusammenhang damit wird den Gruppen jedes Jahr ein Arbeitsblatt zu dem jeweiligen Thema zur Verfügung gestellt, das dann – ergänzt um die Erfahrungen der Gruppen – zu den „Praxistipps“ erweitert wird, welche dann gesammelt jedem nachfolgenden JTL-Jahrgang zur Verfügung gestellt werden. So wächst ein Pool an Erfahrungen und Tipps, der weit über das jeweilige JTL-Jahr hinaus Früchte trägt.

Außerdem konnten in diesem Jahr, nach einer längeren Pause, auch wieder Workshops für die Spielleiter*innen angeboten werden. Sehr hilfreich war hier die neue Kooperation mit dem Helios-Theater und der somit erweiterte Gedanke des Austausches. Vonseiten des Fördervereins hat Jürgen Larys einen Workshop in Hamm gegeben und wechselseitig die Theaterpädagogin des Helios-Theaters, Anne Haupt, einen Workshop in Lünen. Eingeladen waren zu beiden Workshops die Spielleiter*innen des „Applaus“-Festivals Hamm und des JTL.

Ungefähr einen Monat vor der Festival-Woche findet dann das Technik- und Orga-Treffen direkt auf der Bühne des Heinz-Hilpert-Theaters statt. Hierzu sind alle Spielleiter*innen und diejenigen Gruppenmitglieder eingeladen, die mit technischen und organisatorischen Aufgaben betraut sind.

Im Gespräch mit den Mitarbeitenden des Theaters werden die technischen Möglichkeiten vorgestellt, es können Wünsche geäußert und alle praktischen Fragen vor Ort auf ihre Realisierbarkeit geprüft werden. Bspw. werden Fragen geklärt wie „Wie läuft die Kommunikation während der Vorstellung mit dem Lichttechniker?“ oder „Wie läuft der Kartenvorverkauf ab?“.

Susanne Hocke und Jan Schmitt-Tigges moderieren schließlich alle Veranstaltungen des Festivals.

Hier gab es in diesem Jahr sowohl „abendfüllende“ Programmpunkte als auch kleinere Formate wie „Poetry Slams“ und Tanzperformances. 

Verein und Organisator*innen freuen sich, dass so insgesamt 15 Programmpunkte präsentiert werden konnten. Auch 2027 soll wieder ein Festival stattfinden. Alle Theater- und Kulturinteressierten sind herzlich eingeladen.

Alle Fotos Florian Klapetz / Nikita Vasilchenko

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Mehr Informationen

Das Festival „Junges Theater Lünen“ ist eine Veranstaltung des Fördervereins Theater Lünen e.V. in Kooperation mit dem Heinz-Hilpert-Theater Lünen und dem Helios-Theater Hamm.

Weitere Infos zum 4. September findet ihr hier: Förderverein Theater Lünen e.V., Lünen – Herzlich willkommen!